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Costa Rica, ein erstaunliches Land – Kurzportrait

Unter den von internen Konflikten zerrissenen Staaten Mittelamerikas ist Costa Rica die ungewöhnliche Ausnahme und ein Vorbild für die Nachbarländer. Costa Rica wurde nicht nur von bewaffneten Unruhen verschont, sondern gilt zugleich weltweit als vorbildlich im Umgang mit der Natur. 2009 wurde das Land von der New Economics Foundation sogar zum "Grünsten Land der Welt" erklärt und machte erst 2012 wieder Schlagzeilen, als es die Tierjagd zum Freizeitvergnügen grundsätzlich verbot. Zeit, dieses außergewöhnliche Land einmal vorzustellen:

Mit einer Fläche von 51.100 km² gehört Costa Rica zu den Winzlingen unter den amerikanischen Nationen - und zählt dennoch zu einem der geografisch und klimatisch vielfältigsten Ländern Amerikas. Auf seiner ganzen Länge wird Costa Rica von den "Cordilleras" durchzogen, einer von Vulkanen geprägten Bergkette, die auch das Klima nachhaltig beeinflusst. Sechs der insgesamt 14 Vulkane haben in den letzten hundert Jahren mindestens einmal Aktivität gezeigt. Der höchste Berg des Landes, der 3819 Meter hohe Cerro Chirripó ist hingegen kein Vulkan.

Auf der Pazifikseite besitzt Costa Rica insgesamt 1016 Kilometer Küstenlänge, auf der Karibikseite hingegen nur 212 Kilometer. Ungewöhnlich für ein so kleines Land sind die vielen Mikroklimata, die stark von der Höhenlage und dem Regen abhängen. Generell lässt sich sagen, dass die Karibikküste feuchter und regnerischer ist als die Pazifikküste. Im Flachland - an den Küsten und im Valle Central mit der Hauptstadt San José - liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa 27°C, in den höheren Lagen der Cordilleras bei etwa 20°C.

Im Süden grenzt Costa Rica an das touristisch recht gut entwickelte Panama und im Norden an Nicaragua, wo die touristische Entwicklung nach langen Jahren der internen Auseinandersetzungen gerade erst begonnen hat. Was kaum jemand weiß: Costa Rica grenzt auch an das südamerikanische Ecuador. Allerdings nur im Wasser. 550km vor der Küste liegt die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Cocos-Insel, eines der wichtigsten Naturschutzgebiete im Pazifik, die von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Ihr Gebiet grenzt an das Gebiet Ecuadors und die Galapagos-Inseln.

Die "Ticos" und "Ticas", wie die Einwohner des Landes genannt werden, sind zu 94% Weiße oder Mestizos, d.h. Mischlinge mit europäischen und indianischen Vorfahren. Lediglich 3% der Bevölkerung sind Schwarze, die zumeist im 19. Jahrhundert von Jamaica nach Costa Rica übersiedelten und 1% sind chinesischer Herkunft. Das friedliche Costa Rica nahm in den letzten Jahrzehnten auch immer wieder zahlreiche Flüchtlinge aus den von Bürgerkriegen geplagten Nachbarländern auf, darunter aus Nicaragua und Kolumbien. Indianische Ureinwohner machen heute nur noch etwa 1% der Bevölkerung aus und leben zumeist zurückgezogen in Reservaten, darunter die bekannten Bribri im Südosten.

In ganz Costa Rica wird Spanisch gesprochen und verstanden. Die Indio-Völker sprechen zudem meist eine eigene Sprache und die Nachkömmlinge der schwarzen Einwanderer aus Jamaica sprechen bis heute ein jamaikanisch geprägtes Englisch. Über drei Viertel der Einwohner sind katholisch.

Christoph Kolumbus höchst selbst wird nachgesagt, dass er 1502 an der Ostküste an Land ging und von einer reichen Küste ("Costa Rica") sprach. Kurz darauf wurde die Region dem jungen spanischen Kolonialreich einverleibt, das von Mexiko bis Feuerland reichte, doch da die Spanier hier keine Gold- und Silberminen plündern konnten, blieb es lange vernachlässigt. Die "ärmste und elendste Kolonie Spaniens" (wie sie 1719 von einem Gouverneur genannt wurde) profitierte jedoch langfristig davon, dass die spanische Krone sie übersehen hatte, denn so wurde der Grundstein für Costa Ricas bis heute ungewöhnliche Sonderstellung in Mittelamerika gelegt.

Die riesigen Haciendas reicher Kolonisten, auf denen hunderte Eingeborene als Sklaven schuften mussten und die damit verbundenen sozialen Ungerechtigkeiten, fehlten in Costa Rica fast völlig. Auch der Kampf um die Unabhängigkeit musste nicht ausgefochten werden: Als sich die Mexikaner 1821 nach elf Jahren Krieg gegen Spanien erkämpft hatten, wurden auch die südlich gelegenen kleinen Nachbarn Nicaragua und Costa Rica automatisch mit unabhängig. Eine halbherzige "Bundesrepublik Zentralamerika" löste sich bereits 1838 wieder in Wohlgefallen auf.

Das nun unabhängige Costa Rica hielt sich aus den Angelegenheiten der Nachbarländer heraus und setzte vor allem auf Exportgüter wie Kaffee und Bananen. Nur zweimal regte sich kurz der Volkszorn - 1919 wurde der unbeliebte Diktaktor Tinoco ins Exil gejagt und 1948 kam es nach umstrittenen Präsidentschaftswahlen zu einem 44-tägigen Bürgerkrieg aus dem José Figueres Ferrer als Sieger hervorging. Er machte sich kurz darauf zum Volkshelden, als er 1949 das Militär komplett abschaffte - ein Novum weltweit, das das Land wahrscheinlich vor weiteren internen Unruhen schützte. Seither gilt Costa Rica als politisch stabilstes Land in Mittelamerika, in dem regelmäßig demokratische Wahlen durchgeführt werden.

Der Naturschutz spielt in Costa Rica eine große Rolle und der Tourismus ist mit rund 2,2 Millionen Gästen jährlich einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes geworden. Daneben sind Kaffee, Bananen und Ananas nach wie vor gefragte Exportgüter. Obwohl Costa Rica lediglich 0,1% der Landmasse der Erde ausmacht, sind 5% aller Pflanzen und Tierarten hier vertreten. Rund 25% des Landes stehen daher unter Naturschutz. Besonders wichtig: Anders als so viele andere Länder nimmt Costa Rica den Naturschutz wirklich ernst: Die Abholzung der Regenwälder wurde bis 2005 auf Null zurückgefahren und über 90% der Energie stammt heute aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus der Geothermie.

Von zunehmendem Interesse ist auch der medizinische Tourismus: Vor allem US-Amerikaner reisen immer häufiger nach Costa Rica um sich kostengünstig behandeln zu lassen. Der typische Badetourismus ist dagegen weitgehend auf einige Abschnitte der Pazifikküste beschränkt und längst nicht so ausufernd wie beispielsweise in Mexiko.

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